Tpps für Autofahrer

bild "Schwerer Verkehrsunfall - Person musste von der Feuerwehr befreit werden!" So, oder so ähnlich lauten fast täglich Schlagzeilen in den Zeitungen. Für die Feuerwehr mittlerweile längst ein Routineeinsatz, sind Verkersunfälle für die betroffenen Personen jedoch eine Katastrophe. Niemand möchte in einem schweren Verkehrsunfall verwickelt werden, weder als Beteiligter, noch als Ersthelfer. Da es bei unseren Verkehrsverhältnissen in Deutschland aber sehr häufig zu solchen Unfällen kommt, sollte jeder Verkehrsteilnehmer darauf vorbereitet sein.

1. Fahrzeugausstattung

In jeden KFZ ist ein Verbandkasten mitzuführen. Das schreibt die Straßenverkehrsordnung vor und wird von der Polizei regelmäßig überprüft. Ist ihr Verbandkasten auf den neusten Stand oder ist er vielleicht schon abgelaufen? Machen Sie sich einmal mit Ihrem vertraut und überprüfen Sie den Inhalt auf seine Sterilität. Abgesehen davon, dass ein abgelaufener Verbandkasten ein Verwarnungsgeld bei einer Polizeikontrolle kostet, kann ein ordentlicher Verbandkasten lebensrettend sein.

Tipp:

bild Legen Sie zwei oder drei Paar Infektionsschutzhandschuhe direkt oben auf das Verbandmaterial. So vergessen Sie den Eigenschutz nicht und müssen Sie Handschuhe nicht erst im Verbandkasten suchen.

bild Das Warndreieck gehört ebenfalls zur Pflichtausstattung jedes PKWs. Haben Sie schon einmal mit klammen Fingern nachts bei Schneeregen ein Warndreieck aufgestellt? Also mal auspacken und ausprobieren, hilft im Falle eines Falles, Zeit und Nerven zu sparen. Bauen Sie das Warndreieck sofort auf und tragen Sie es erst dann zu seinem Bestimmungsort, um auf dem Weg dorthin gesehen zu werden!

bild Mit Verbandkasten und Warndreieck ist aber das Muss bei uns erfüllt. Die Warnweste ist z.B. in Österreich und anderen Nachbarländern längst Pflicht und auch bei uns ein unverzichtbares Utensilium zum Eigenschutz. Am Besten führt man gleich mehrere Warnwesten mit, um auch Beifahrer ausstatten zu können.

bild Warnblinkleuchten, auch Bodenhindernisleuchten genannt, wie sie standardmäßig auf jedem LKW mitgeführt werden, bieten sich auch für PKW an. So kann man auch in der Dunkelheit die Unfallstelle noch sicherer machen. Kostenpunkt: Zwischen 12 und 18 Euro. Kein unbedingtes Muss, aber ein sehr sinnvolles Kann!

bild Eine Wolldecke sollte in keinem Fahrzeug fehlen. Erstens ist die Wärmeerhaltung bei nahezu allen Unfallopfern sehr wichtig (Stichwort: Schockbekämpfung), zweitens kann sie auch einem selbst einmal sehr nützlich sein, wenn man im Winter stundenlang im Stau steht.

bild Haben Sie schon einmal zusehen müssen, wie eine eingeklemmte Person in ihrem Fahrzeug verbrennt? Wir wünschen es Ihnen nicht! Wir empfehlen Ihnen dringend einen Feuerlöscher mitzuführen. Auch diese kosten nicht viel und können doch über Leben und Tod entscheiden. Der richtige Umgang mit Feuerlöschern will aber geübt sein. Haben Sie keine Angst vor PKW-Bränden! Fahrzeuge explodieren nur im Film! Was jedoch vorkommt, sind Reifenplatzer durch die Hitze, aber diese sind relativ ungefährlich.

Bei Entstehungsbränden im Motorraum die Motorhaube nur entriegeln, leicht anheben und durch den kleinen Spalt das Löschmittel einblasen. Wirkt Wunder!

bild Ein Nothammer mit Gurtmesser sollte so im Auto platziert und befestigt werden, dass es Ihnen auch nach einen Eigenunfall noch gelingt an das Gerät heranzukommen. Idealerweise ist es im Bereich der Mittelkonsole angebracht. So kann auch ein Beifahrer eventuell noch an das Rettungsutensil Herankommen. Wichtig ist nur, dass es auch bei einen Überschlag oder Aufprall nicht aus seiner Halterung gerissen werden kann. In Griffweite muss es deswegen sein, weil Sie durch den Sicherheitsgurt und die Gurtstraffer fest in Ihrem Sitz eingezogen werden. Der Zugriffsbereich minimiert sich dadurch enorm. In erster Linie ist dieses Gerät zu Eigenrettung gedacht, um sich aus den Sicherheitsgurt losschneiden und die Seitenscheibe zertrümmern zu können. Sie sollten es aber auch als Ersthelfer immer mit zur Unfallstelle nehmen um unter Umständen besser an Unfallopfer herankommen zu können.

bild Als weiteres Hilfsmittel sei eine Beatmungsmaske genannt. Bei einer notwendigen Beatmung von Unfallopfern kann man so den direkten Hautkontakt zum Patienten meiden. Hier gibt es verschiedene Modelle, z.B. als Schlüsselanhänger oder die etwas robustere Ausführung als Beilage zum Verbandkasten.

2. Vorbereitung der Fahrt

bild Als selbstverständlich erachten wir es, das man sich vor der Fahrt anschnallt, die Kopfstützen richtig einstellt und den Sitz in eine optimale Position bringt. Darauf gehen wir hier nicht weiter ein, das sind Themen der ersten Fahrstunde.

Was aber immer noch gern missachtet wird, ist einmal, dass kein ausreichender Abstand zu den Airbags eingehalten wird. Der Airbag im Lenkrad des Fahrers z.B. braucht ca. 30 cm Platz, damit er zur vollen Entfaltung kommen kann, der Beifahrerairbag schon zwischen 60 und 70 cm. Nicht nur, dass der Airbag dann nicht wirksam seiner Aufgabe nachkommen kann Sie als Insassen zu schützen, nein er wird auch noch zur Gefahr, weil die Abdeckung Ihnen ins Gesicht schlagen wird! Deshalb ist eine ordentliche Sitzposition mit angemessenen Abstand zum Lenkrad unerlässlich.

Die Arme sollten leicht abgeknickt werden können um nicht zu ermüden. Als Faustregel sagt man, dass man mit ausgestreckten Armen die Handballen oben aufs Lenkrad auflegen können sollte.

Zweitens wird der Gurt oftmals nicht ordnungsgemäß eingestellt. Er sollte nach dem Anschnallen leicht nachgezogen werden um bei einem Aufprall den Reaktionsweg zur Blockade der Fliehkraftsicherung zu verkürzen. Des weiteren ist darauf zu achten, dass der Gurt über die Schulterkugel vorbei läuft und nicht dazu neigt den Insassen bei einem Aufprall zu strangulieren.

Sichern Sie vor der Fahrt alle Gegenstände und Gepäckstücke in Fahrzeugen. Lose Teile werden bei einem Unfall durch die Aufprallwucht zu gefährlichen Geschossen.

Bei einem Frontalzusammenstoß kommen schnell Kräfte zusammen die das 10-fache Eigengewicht erzeugen (sog. G-Kräfte). Das heißt, ein 80 kg schwerer Mensch wiegt dann 800 kg! Ein 50 g leichter Kugelschreiber ein halbes Kilo! Haben Sie schon mal einen spitzen 500 g schweren Gegenstand mit 50 oder 60 km/h an den Kopf bekommen? Also noch mal: alles an seinen Platz, alles ordentlich befestigt!

Zuletzt noch ein uns ganz wichtiger, kaum bekannter Punkt. Stellen Sie vor und während der Fahrt sicher, dass alle Türen, inkl. Kofferraum nicht versperrt sind. Sollten Sie nach einem Unfall Hilfe benötigen, ist nichts schlechter, als wenn die Helfer nicht zu Ihnen vordringen können, weil Türen versperrt sind. Oftmals lässt sich gerade die Fahrertür nicht mehr öffnen. Dann ist es eben wichtig, dass sämtliche Türen unverschlossen sind. Insbesondere die Feuerwehr nähert sich Verletzten in Fahrzeugen wenn möglich durch die Heckklappe, um so nicht ausgelösten Airbags aus dem Weg zu gehen. Deshalb auch den Kofferraum von Kombis unverschlossen halten. Dies ist für alte Fahrzeuge insbesondere ohne Zentralverriegelung wichtig. Bei neueren Fahrzeuggenerationen entriegeln im Falle eines Unfalles sämtliche Schlösser automatisch.

3. Zusammenfassung

Neben der gesetzlich vorgeschriebenen KFZ-Ausstattung für Unfälle sollten Sie sich mit weiteren Hilfsmitteln ausrüsten, die allesamt weniger als 100 Euro kosten und doch über Leben und Tod entscheiden können.

bild


Darüber hinaus sollten Sie die in der Fahrschule gelernten Verhaltensweisen bei der Eigensicherung und der Sicherung der Ladung beachten und sich während der Fahrt nicht im Auto einschließen. Dann ist allen, vor allem Ihnen, im Falle des Falles geholfen.

Am liebsten ist uns jedoch, wenn Sie all diese Punkte beherzigen und umsetzen, aber nie brauchen.

Allerseits gute Fahrt wünscht Ihnen Ihre Feuerwehr